Soul am See, Duisburg
Wenn man "rumpennt" und sich nicht rechtzeitig eine Eintrittskarte besorgt, muß man sich nicht wundern, wenn man an der Abendkasse den normalen Preis bezahlen muß. Wenn es aber einen Schwarzmarkt gibt und man aussieht wie Brett-Pit, kommt alles anders als man ahnt. Und deshalb spielte sich gestern gleich zu Anfang folgendes Szenario ab:
Sympathischer Mann mit Familie: Wir haben hier ein paar Karten über. Braucht jemand welche?
Aufmerksame Frau neben ihm: Ich nicht, aber vielleicht Brett-Pit, der gerade an der Abendkasse steht?
Ich: (nehme die Karte entgegen, überprüfe mit einer imaginären Lupe auf Echtheit) Wat soll kosten?
Sympathischer Mann: 13 EUR.
Ich: (in Gedanken: Iss ja billiger als im Vorverkauf, zahle) Gerne, hier dat Geld, danke auch schön. (Im Weggehen bereits froh und glücklich werdend.)
Anfangs wurden beim Einlaß die Taschen kontrolliert, denn es sollten keine Getränke und Lebensmittel auf das Gelände genommen werden. Das ist nachvollziehbar, denn der angeheiterte Konzertbesucher räumt seltener hinter sich ab. Zudem waren die Getränkepreise sehr moderat. 10 Minuten nach uns wurde aber scheinbar nicht mehr kontrolliert - schade um die liebe Weinflasche und die fröhlichen Frikadellen, die ein tristes Dasein in einem Kofferraum fristeten. 

Die erste Gruppe auf der Hauptbühne wurde als Mannheimer Band vorgestellt - mit Bands aus dieser Stadt habe man viele gute Erfahrungen gemacht. Blöd nur, daß "Ben Jammin" aus Mainz stammen. Nun, sie traten sehr druckvoll auf - schade nur, daß man kaum die Texte verstand. (Eine Recherche kurze Zeit später auf der Webseite der Band ergab, daß der Sound auf Soul-am-See 1000fach besser war. Naja, Geschmack halt...)
Im weiteren Verlauf traten noch die "Heavy Tones" (Hausband von St. Raab) sowie die "Jazzkantine" auf. Kurz vor Mitternacht brachen wir auf - es war einfach zu kalt geworden (15 Grad). Eine spontan durchgeführte Umfrage ergab, daß 100 Prozent der Befragten die Musik "so lala" fanden - allerdings war die Anzahl der Auskunft Gebenden (6 Personen) empirisch nicht haltbar und möglicherweise durch die abkühlenden Temperaturen bedingt. Trotzdem hatte Allen die Atmosphäre gefallen - die ist bei "Soul am See" einfach unschlagbar. Auch finanziell war das Konzert ein Erfolg: Günstiger als im Vorverkauf reingekommen und dann noch zwei einsame Bierbecher gegen Pfandrückgabe eingetauscht, das hat sich gelohnt. 
www.soul-amsee.de/
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