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Pigor und Eichhorn PDF Drucken E-Mail
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Erlebnisberichte - Kabarett
Geschrieben von: B.G.Spalten   
Freitag, den 29. Mai 2009 um 00:00 Uhr

Pigor und EichhornPigor singt, Benedikt Eichhorn muss begleiten, und der Ulf

Ich hatte mich breit schlagen lassen, und ein paar Tage später wußte ich nicht mehr wozu. Selbst als wir auf dem Weg nach Langenfeld waren, wußte ich nicht mehr, was gegeben würde: Ein Konzert? Kabarett?... Wie sich später herausstellte, wurde es eine Mischung aus beidem. Ein Abend mit Pigor, Eichhorn und - Ulf.

Wenn man aus der Großstadt kommt, erwartet man auch in Zeiten von Navisystemen eine gute Ausschilderung. Aber: Es gibt auch Menschen, die sich ausschließlich auf einen Stadtplan verlassen. Und für die, liebe Betreiber von der Kulturfabrik Schaustall, wäre es gut, wenn auf einem Hinweisschild nicht nur "Kulturfabrik", sondern auch "Schaustall" stehen würde. Denn genau diese Bezeichnung steht ja auf Euren Online-Tickets. Zunge rausstrecken

Der Mikrofonständer

Das "Kabarett-Konzert" begann schon, bevor die Protagonisten den ersten Ton erklingen ließen. Beteiligt waren: Thomas Pigor, Benedikt Eichhorn, Ulf Henrich und - tataaa - ein Mikrofonständer. Dieser stand zuerst neben dem Equipment von Ulf H., und je nachdem, wer von den drei Künstlern die Bühne betrat, um vor dem eigentlichen Beginn geschäftig oder auch nebenbei etwas zu erledigen, und sei es nur, um suchend um sich zu blicken: Dieser Mikrofonständer wurde angefaßt, herumgetragen und an einer anderen Stelle abgestellt. Mal befand er sich vorne mittig der Bühne, mal irgendwo im Dunkel des Hintergrundes, und gegen Ende seiner Irrfahrt wieder neben Ulfs Equipment.

Dann ging es los: Mit "Du hast kein' Mann", einem Lied, in dem der Reiz des Fremd-gehens als erst dann optimal beschrieben wird, wenn die Geliebte noch einen Ehemann hat. Ich war befremded. Ziemlich befremded. Weil ich etwas anderes verstand, was hier aber wegen einer gewissen Peinlichkeit nicht verraten wird.

Salon HipHop

Pigor und Eichhorn nennen ihren Stil "Salon HipHop". Treffender fänd ich: Bandbreite von Chanson bis HipHop, und manchmal ist es eine Mischung aus beidem. Viele Stücke sind nicht einmal eine Minute lang, andere fast 8 Minuten. Darunter "Nieder mit IT!" - einem Stück, zu dem die Kritik zu Recht festhält, daß es Enimem echte Konkurrenz machen würde. Sehr schön die Beschreibung der Folgen, die EDV und Handy mit sich gebracht haben. (Ja, auch ich gehöre zu Denjenigen, die mit dem Handy Mails empfangen könnten, aber nicht wissen, wie das praktiziert würde... Und ja, ich habe meinen PC auch schon mehrfach verflucht... Grrr!) Bei einem anderen Longplayer, "Maulende Rentner", bekam ich bei der Zeile, daß diese Rentner den Aborigines das Wasser wegsaufen würden, meinen ersten kleinen Lachflash. Bei allen Songs gilt: Ausgefeilte Lyrik zu ungewöhlichen Themen, z.B. den verschiedenen Varianten des Umdrehens beim Abschied zwischen zwei Menschen. Oder ein Traktat über die "Rabenmütter"n, die ihren Nachwuchs in die Hände Anderer geben, um sich bei Kabarettisten zu vergnügen. Lächeln Ein unterhaltsamer Abend also, in dessen Verlauf es zur zweiten Pause Wodka und Hustenbonbons gab. (Echt!)

Auf dem Rückweg erfuhr ich dann, daß die aktuellen Texte nicht so bissig sind, wie es die langjährigen Fans gewohnt seien. Nun: Wenn man in "Kevins" erfährt, daß die heutigen Schüler, denen die Hose gerne tief in den Kniekehlen hängt, mal Bundeskanzler werden könnten, wird einem schon etwas anders. Lächeln Mir jedenfalls gefällt die Veränderung, die durch die Aufnahme von Ulf H. in das Duo erfolgt ist, nämlich der Einsatz von Synthisizer und Sampling, besser als der vorherige Sound. Und die Songtexte sind schon von hoher Güte. Ich sag nur: "Er kann 'Chirurg' noch nicht richtig buchstabieren, aber dieser Kevin wird Dich mal operieren"... Lachen

Insofern: Empfehlung!

 

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