RömerMuseum, Xanten
Manche Anfahrten haben es ja in sich: Das Navisystem führt den engagierten Fahrer durch die engen Gassen einer ehemaligen römischen Besatzerstadt, Regen droht zu fallen, und aufgrund der Umstände ist nicht jeder pünktlich. Macht aber nichts - Widrigkeiten sind da, um überwunden zu werden.
Der gesamte Tag wurde doch vielfältiger als anfangs gedacht. Er begann mit einer kostenlosen Führung, die auf zwei unterschiedlichen Ebenen von zwei verschiedenen Damen durchgeführt wurden. Nun hat das RömerMuseum eine moderne Architektur, d.h. die einzelnen Geschosse sind wie frei schwebend. Der erste Teil der Führung begann auf einer Ebene, die vom Lärm im Haus relativ gut abgeschottet war - aber der zweite Teil fand in einer derartigen Geräuschkulisse in Erdgeschoß und erster Etage statt, daß man kaum noch etwas verstand. Schade!

Trotzdem: Zu sehen gibt es enorm viel! Dabei befindet sich das Highlight im Keller: Die Geschichte des Marcus Caelius, Teilnehmer an der Varusschlacht. Didaktisch spannend aufgemacht (Anhand eines Grabmales werden einzelne Teile unterschiedlich hervorgehoben und mit Informationen versehen), erfährt der Besucher Vieles über die römische Kultur (und verführte übrigens den Chronisten zum Erwerb eines entsprechenden Buches).
Allerdings gab es auch eine Installation, die etwas demoralisierte. In einem kleinen Tunnel befinden sich an beiden Seiten Monitore, auf denen jeweils ein marschierender Legionär zu sehen ist. Beide sprechen lateinisch, und es scheint so, als unterhielten sich. Man selber steht zwischen diesen beiden Protagonisten - und versteht kein einziges Wort. Oh weh, alles umsonst gewesen, das Erlernte im Lateinunterricht! Das Große Latinum hat für das Vitae nicht gereicht! 
Da noch etwas Zeit war, es zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu sehr regnete und der Eintritt für den Archäoloigschen Park bezahlt war, gingen wir noch in letzteren. In der dortigen römischen Herberge könnten wir uns z.B. Holus molle cum setaria oder Pollus numidicus (allerdings auch Schnitzel mit Pommes, was dem Pollus numidicus einen eigentümlichen Geschmack gab, Herr R.! ) Leider wurde das Wetter immer schlechter, so daß wir uns nachmittags dann trennten. Wären wir mal in einer Kolonne zurückgefahren! Denn auf dem Heimweg kamen wir spontan auf die Idee, im Bauernhofcafe Heesen einzukehren, das wir nach dem Event im TerraZoo kennengelernt hatten. Und wie gehabt gab es dort leckeren Kuchen.

Nun sind nicht nur die Eindrücke von den Orten, die wir besuchen, erinnerungswert. Es passieren ja auch immer wieder Dinge, die man nicht jeden Tag erlebt. So sei an dieser Stelle erwähnt, daß z.B.
- Bä., wie passend, im Amphietheater (s.o.) ein Gedicht von Ringelnatz rezitierte, was auch auf eine gewisse begeisterte Anteilnahme einer anderen Besuchergruppe stieß
- Ba. sich als ausgewiesene Essenskritikerin erwies

- und R. offensichtlich nur noch in großen Dimensionen denkt und eine ca. 40köpfige Singlegruppe "anbaggerte"

Summa summarum: Ein runder Tag. Und wie es die Römer geschrieben hätten:
Zum Wohle des Volkes hat der Chronist von ruhrpott-aktiv sein Gelübde gebührend und sehr gerne eingelöst. Im Jahr, als Angela Merkelus Kanzlerin war und Frankus-Walterus Steinmeierus Vize-Kanzlerus.
Danke für den "Ginkgo"!
Fazit:
Wenn man das Komplettangebot betrachtet (RömerMuseum und Archäologischer Park), in das man mit der Ruhrtopcard kostenlosen Eintritt hat:

Facts (Stand 1.8.2009):
LVR-RömerMuseum im Archäologischen Park Xanten Siegfriedstraße 39 46509 Xanten Tourist Information Xanten Fon: 02801 983010/11 kulturinfo rheinland Fon: 01805 743465
Öffnungszeiten 1. Januar - 28. Februar täglich 10-16 Uhr, 1. März - 31. Oktober täglich 9-18 Uhr, 1.-30. November täglich 9-17 Uhr, 1.-31. Dezember täglich 10-16 Uhr
5 € / Mit ruhrtopcard einmalig kostenlos
www.apx.lvr.de / Wikipedia / Erlebnisbericht Archäologischer Park
Alle Angaben ohne Gewähr! / Routenplaner / Fotos
Marcus Caelius: Tod in der Varusschlacht
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