Tag des offenen Denkmals, Köln
In ganz Deutschland konnten unzählige Denkmale und Ausstellungen kostenlos besucht werden. Wir entschieden uns für Köln und für ein umfangreicheres Programm.
Die Deutsche Bahn AG bietet ein Wochenendticket, eine ganz phantastische Einrichtung! Man bezahlt umgerechnet 7 €, darf dafür 1 Stunde nach Köln und wieder zurück fahren, und auf der Hinfahrt sitzt man neben einer Handvoll 19jähriger Girlies, die darauf los plappern, als ob sie alleine im Zug säßen. So geschah eines der ersten Highlights an diesem Tag, als eine der jungen Damen eine SMS aus ihrem Handy-Archiv vorlas: "Ich will der Vater Deiner Kinder sein, Christian." Nach einer kurzen Pause sagte die Lady unter dem Gelächter ihrer Freundinnen: "Ich weiß schon nicht mehr, wer das war."
Nachdem der Hbf Oberhausen unser erster Sammelpunkt waren, gingen wir ins Cafe Reichard. Das kannten wir nicht nur von unserem letztjährigen Trip zur Firmenbesichtigung WDR, sondern es war gleichzeitig unser zweiter Sammelpunkt. Das "City Frühstück" war gerade verputzt, da ging es schon flotten Schrittes zur ersten Veranstaltung, einer Brückenführung.

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Wie man auf dem obigen Bild unschwer erkennen kann, ging es über zwei Brücken. Die Strecke betrug 2,11 KM, dauerte 36:44 Minuten (plus verschiedene "Standzeiten" mit Erklärungen etc.) und führte zu einem Verbrauch von 211 Kalorien. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 3,4 KM/h - damit hätten wir bei dem zeitgleich statt findenden "Brückenlauf" keine Schnitte machen können. Leider sprach die "Führerin" etwas leise (und auch manches Mal in Richtung von dem, was sie beschrieb). Immerhin bekamen wir durch die Führung den Dom von der anderen Seite zu sehen und konnten somit interessante Aufnahmen machen.
Danach gingen wir zu einer, sagen wir mal, freigeistigen Einrichtung. Der erste Eindruck war auch gut - die Vision, im Laufe des eigenen Lebens an sich zu arbeiten und zu sich zu finden, ist ja eine gute. Eigentümlich nur, daß diese Gruppierung ohne umfangreiche Symbolik, Rituale und Hierarchien nicht auskommt. All dies machte den Aufenthalt "schwer", so daß es den meisten von uns im Endeffekt bald nicht mehr so richtig gefiel - dieser Besuch löste bei uns noch den emotionalsten Eindruck aus.
Zuletzt besuchten wir noch eine Veranstaltung zu den "Trinksitten", die im Haxenhaus statt fand. Hier war die Führerin gut verständlich, hatte sie doch ein ordentliches Organ. Zwei Aussagen fand ich sehr interessant: Im Mittelalter verputzt Jeder 5 Liter Bier am Tag, morgens beginnend mit einer Biersuppe. Auch wenn das Bier nicht so reinknallte wie heute, war der Allgemeinzustand im Mittelalter wohl eher ein berauschter. Abgelöst wurde dieser durch den Kaffee, der zur Überraschung aller wach und aufmerksam machte. Die andere Info hat mit dem Sprichwort "Unter die Haube kommen" zu tun. War eine Frau noch nicht verheiratet, mußte sie im Wirtshaus einen Blumenkranz auf ihrem Haupte tragen. War sie dann zur Ehe verführt worden, war sie gleichzeitig unter die Haube gekommen, die sie zukünftig in der Pinte zu tragen hatte.

Der Tag ging dann am Rheinufer bei einigen Getränken zu Ende. Ein runder Event, der von Bärbel gut organisiert worden war. Merci!
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