Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Dortmund
In der Eigenwerbung verspricht das Museum u.a., daß man in wenigen Schritten Jahrhunderte durchschreiten könne. Das ist sicherlich untertrieben. Man bekommt in diesem Museum viel zu sehen. Sehr viel. Mit ein paar Schritten ist es da nicht getan.
Wenn der Chronist unserer Events abends an seinem PC sitzt, Revue passieren läßt und dabei seine Fotos anschaut, die er tagsüber gemacht hat (und das ist ja leider keine Selbstverständlichkeit, daß man diese z.B. in einem Museum machen darf), dann fließt ihm (je nach Tagesform) ein Bericht locker aus der virtuellen Tintenfeder.

Im Falle des Dortmunder Museums für Kunst und Kulturgeschichte ist das aber nicht so einfach.Wir sahen heute nicht nur eine Ausstellung über die Berliner Impressionisten um Max Liebermann, sondern auch die Dauerausstellung. Und die geht über 4 Geschosse und umfaßt mal eben die Steinzeit bis zur Gegenwart. Wieder mal erstaunlich: Wie früh schon die Menschen recht kunstvolle Gegenstände (Schmuck, aber z.B. auch Tongefäße) herstellen konnte. Und wie zweischneidig die Menschheit jederzeit war: Einerseits die Fortschritte in Wissenschaft, Kultur, Kunst und Sozialem - aber dann auch immer wieder Kriege und Weiterentwicklungen in der Waffentechnologie. Bemerkenswert, daß es Zeiten gab, in denen die Stadt Dortmund in kürzesten Abständen "Gastgeber" fremder Heere war und sich mit einer Menge Taler freikaufen mußte. Wie gut es uns (im Vergleich) doch heute geht! Besonders, wenn man sich die Wirkungsweise der Folterinstrumente vorstellt, die es im Museum auch zu sehen gibt.
Das Angebot ist gewaltig. Man kann locker mehrere Stunden im Museum verbringen. Mit den vermutlich kostenlosen Audio-Guides (davon kann sich auch mancher Anbieter eine Scheibe abschneiden!) wäre es wahrscheinlich ein Tagesaufenthalt geworden. Auch imposant: Der Innenteil, der Lichtdurchflutet den Blick freigibt auf eine "gläserne Decke" und die Ebenen sämtlicher Geschosse.
Nach der Impressionisten-Ausstellung besuchten wir, sozusagen zur Stärkung, das Museumscafe. Die Deko kam bei den weiblichen Teilnehmern an, der Pflaumenkuchen war lecker, und die Gespräche mit der Kellnerin waren sehr lustig. Überhaupt waren die "Museums-Damen" allesamt sehr freundlich. Im Cafe berichteten übrigens Teilnehmer von "Nachtwächterführungen" - eine gute Idee für 2010!
Fazit:
Sehr großes Angebot, günstiger Eintritt, Fotoerlaubnis (ohne Blitz), angenehmes Ambiente. Rundum gelungen! - wenn da nicht die Parkplatzsituation wäre. 10 € in die Kasse eines Parkhauses war doch etwas heftig. Deshalb ein "Erdbeer-Abzug" - aber, wie seinerzeit in der Schule, mit gedachtem Plus-Zeichen. 

Facts (Stand 31.10.09):
Museum für Kunst und Kulturgeschichte Hansastraße 3 44137 Dortmund Fon: 0231 - 5025522 Fax: 0231 - 5025511 www.museendortmund.de/mkk / Wikipedia Öffnungszeiten Di, Mi, Fr, So 10-17 Uhr, Do 10-20 Uhr, Sa 12-17 Uhr. Eintritt: 3 € / mit ruhrtopcard einmalig kostenlos
Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte

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Jo