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Museum Insel Hombroich, Neuss Drucken E-Mail
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Erlebnisberichte - Ausstellungen
Geschrieben von: HonkyPonky   
Sonntag, den 14. Februar 2010 um 00:00 Uhr

Museum Insel Hombroich, Neuss, typische Ziegel

Museum Insel Hombroich, Neuss

Seit vielen Jahren (oder Jahrzehnten?) besuche ich schon Hombroich. Meistens im Frühling, nun im Winter. Es hat, ganz unerwartet, was für sich. Man kann sich vorstellen, wie es im Frühling sein wird. War man aber nie im Frühling auf Hombroich, hat man wahrscheinlich nicht die leiseste Ahnung, wie es dort sein wird.

Geschätzt muß es in den 80ern gewesen sein, als mir jemand sagte, er hätte einen Geheimtip für mich: Die Insel Hombroich. Es war Frühling, und das war prägend: Diese einzigartige Kombination von Kunst und aufbrechender Natur nahm mich fortan gefangen. Alle Jahre wieder besuchte ich die Museumsinsel, fast immer im Frühling, nur einmal im Spätsommer. Das gefiel mir damals nicht, weil die Natur verwelkend da lag. Nun also im Winter, und man staune: Der Schnee auf allem, vor dem inneren Auge den Frühling - das war schon okay.

Wer die Insel nicht kennen sollte: Es gehört dort zur schönen Angewohnheit, daß im Eintrittsgeld Speis und Trank enthalten sind. So ist eine unvergängliche Erinnerung an meinen ersten Besuch, daß in der dortigen Cafeteria "richtig aufgefahren" wurde - leckeres Essen, Getränke. Und gerade letzteres hatte damals einen sehr faden Beigeschmack, schienen sich doch die Besucher die Sprudelflaschen en masse einzuverleiben, anzubrechen, etwas zu entnehmen, um sich dann neue Flaschen zu holen. Das Bild, das ich vor Augen habe, ist: Der Biergarten mit zahlreichen Tischen, auf denen unzählige angebrochene Wasserflaschen standen.

Im Frühling danach, vielleicht auch erst einige Jahre später, war das plötzlich anders, rationierter. Auch das Essen war nicht mehr so üppig. Heute z.B. gab es Stullen, Eier, Äpfel, eine Suppe und Kartoffeln. Aber ich gerate ins plaudern... Denn man möge es doch so sehen: Wo finden Sie das heutzutage, daß Sie Kunst und Natur genießen und sich als Sahnehäubchen noch den Wams vollschlagen können?

Mir ist es in all den Jahren so gegangen, daß ich immer wieder etwas Neues entdecken konnte. Auch wenn man das, was in den einzelnen Häusern zu sehen gibt, eher als Dauerausstellung betrachten könnte, kam doch immer wieder etwas Neues hinzu. Man kann also sagen: Hombroich ist für den Erstbesucher ein riesiges Füllhorn an Eindrücken, für den Stammgast gibt es Bewährtes und Neues.

So war für mich neu, daß es den Künstler Anatol Herzfeld tatsächlich gibt. Bislang dachte ich, daß es sich dabei um ein Fake, ein Synonym handeln würde. Ich hatte schon seine Werkstatt auf dem Gelände wahrgenommen - auch tat sich dort immer wieder etwas. Aber niemals sah ich den Künstler. Das änderte sich heute, ich bin ihm leibhaftig begegnet. Und er sprach zu mir - Worte, die ich mit ins Grab nehmen, niemals aber hier veröffentlichen werde.

Da Sie, lieber Internetnutzer, sicherlich auch einen visuellen Eindruck wünschen, kredenze ich Ihnen in meinem Bericht zwei Fotos. Aus Copyright-Gründen sehen Sie oben ein paar Ziegel von dem Haus, das Sie auch außerhalb des Geländes sehen können (und ich kann Ihnen versprechen, daß viele andere Häuser auf dem Gelände aus dem gleichen Material sind), sowie einen Einkaufszettel (links), der sich im Schnee fand. Ist es nicht wunderbar zu sehen, daß ein unbekannter Mensch zu dem Zeitpunkt, als er seine Gedankenstütze auf dem gefrorenen Regen verlor, kurz vor seinem Ziel stand. Pellkartoffel und Matjes, Heringsstip und Joghurt hat er durchgestrichen und somit bereits erworben - nur zweimal Saure Sahne fehlen ihm noch. Wird er sie noch bekommen haben? Wird er seine Mahlzeit ohne diese kleine Zutat zubereitet haben? Und wird er an der gleichen Stelle, an der er obigen Zettel verlor, ein weiteres Papier hinterlassen? Auf dem er beschreibt, wie gelungen sein Essen und voll des Lobes seine Gäste waren?

Man weiß es nicht. Ungeachtet dessen können Sie aber neugierig die Insel Hombroich besuchen. Es gibt dort viel zu sehen, nicht nur verlorene Zettel.

Facts (1.2.10)

Stiftung Insel Hombroich
»Kunst parallel zur Natur«
Minkel 2
41472 Neuss-Holzheim
Telefon (02182) 2094

Museum Insel Hombroich / Wikipedia / Anatol

P.S. Noch zwei praktische Tips: Am Wochenende kostet der Eintritt 15 € statt 12 €. Fotographieren dürfen Sie nur außerhalb der Gebäude und nicht mit Stativ.

Bücher über Anatol


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Kommentare 

 
#3 RE: Museum Insel Hombroich, NeussAmerican_Trends 2010-08-11 10:03
Sehr sehr schade, daß man heutzutage höllisch darauf aufpassen muß, nicht gegen das Copyrightrecht an Gebäuden zu verstossen. Dieser Trend aus den USA hat leider schon lange bei uns Einzug gehalten. Anwälte klagen Lizenzgebühren ein. Copyright an Gebäuden, da pack ich mich an den Kopf!
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#2 RE: Museum Insel Hombroich, Neussfay 2010-08-09 14:16
Oh, das klingt ja bezaubernd...

Da möchte ich mal mit sarastro
mich hinzaubern...

:)

fay
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#1 RE: Museum Insel Hombroich, NeussGalan 2010-06-14 14:20
!!Hombroich!!
!!Frühling!!
Hier fährt der Mann von Welt die Frau hin, die er rumkriegen will. Sie muß sich für Kunst interessieren, offen sein für Natur, dann ein paar galante Aufmerksamkeite n und süsse Worte, und schon wird das Liebesnest gebaut! :lol:
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