Ruhr Museum, Essen
Das Ruhr Museum, in 2010 neu eröffnet, hinterließ bei uns einen einhelligen Eindruck: Da muß man ein zweites Mal hin. Und sicherlich kennt Jeder ein Museum, bei dem man sagt, man könne sich dort einen ganzen Tag aufhalten. Für das Ruhr Museum könnte das sicherlich auch zutreffen.
Im Vorfeld unseres Events hatte es Vorwarnungen gegeben: Überlaufen; kaum möglich, an Führungen teilzunehmen; wer an Führungen teilnimmt, kommt in Räume, die der normale Besucher nicht betreten darf. Nun, vielleicht hatten wir Glück, daß wir auf keine übermäßig großen Besuchermengen stiessen (vielleicht verliefen sich dieser aber nur gut). Zwar war es uns tatsächlich nicht möglich, an einer Führung teilzunehmen - aber wir sahen trotzdem Vieles. Und daß es abgesperrte Bereiche geben könnte, war beim besten Willen nicht erkennbar (und aufgrund des riesigen Angebotes auch nicht weiter von Belang).
Das Ruhr Museum bietet, da es sich auf dem Gelände des Weltkulturerbes Zollverein befindet, zahlreiche kostenlose Parkplätze. Es darf auch für den eigenen Bedarf fotografiert werden. Wer noch die alte Kohlenwäsche, in der sich jetzt das Museum befindet, kennt, mag sich an manches mögliche fotographische Highlight erinnern. Die kahlen, monumentalen Wände, geniale Perspektiven - das erfreute schon so manches Auge. Das ist nun nicht mehr so möglich - aber die Ausstellung ist organisch in die Räumlichkeiten integriert.
Was kann man hervorheben, wenn doch ein Museum eine Unmenge an Eindrücken, ein großes Füllhorn an Erinnerungen bietet? Nichts mit gutem Gewissen, zumal, so ergab eine kurze Recherche, die Wertigkeiten bei Jedem individuell sind. Dem Autor dieser Zeilen gefielen z.B. ein paar nebeneinander aufgestellte Waschbretter - nicht, daß er diese im Hausgebrauch genutzt hätte, aber er war mal Skiffle-Musiker. Das persänliche Highlight waren aber zwei schwarze Regale, deren durchsichtige Rückwand hell beleuchtet war. Vor diesem schwarz-weiß-Kontrast standen zahlreiche Einmachgläser, in dem sich dunkle "Materie" befand. Bei näherer Betrachtung erkannte der Besucher, daß in jedem Glas der Dreck gesammelt war, der an verschiedensten Stellen des Ruhrgebiets noch vor wenigen Jahrzehnten vom Himmel fiel. Einen geborenen Ruhrpöttler muß diese Demonstration vergangener Zeiten einfach berühren.
Ein Tip: Im zweiten Untergeschoß, hinter dem Bereich der Sonderausstellung, befindet sich ein Teil der Dauerausstellung. Leider erfuhren wir nur durch Zufall, daß dieser Bereich lediglich durch ein Treppenhaus im hinteren Bereich entweder über das 1. oder 3. UG direkt zu erreichen ist. Auch konnte man uns nicht unbedingt erklären, wo man aus didaktischen Gründen sinnvoll anfangen solle. Vielleicht versucht man es am besten vom 1. UG abwärts bis zum 3. UG. Ansonsten: Dieses Museum bietet eine Unmenge an Eindrücken und Informationen, so daß man entweder mehrere Stunden oder einen zweiten Besuchstag einplanen sollte.
Hinterher ging es noch in ein Cafe, das leider etwas überfüllt war. Was normalerweise kein Problem ist, gibt es auf dem Gelände ja mehrere "Verzehr-Stätten".
Fazit:
Absolut top!

Facts (1.4.10):
Zollverein A 14 (Schacht XII, Kohlenwäsche) Gelsenkirchener Straße 181 45309 Essen Fon: 0201 8845200
Öffnungszeiten Ab 10. Januar 2010 täglich von 10–19 Uhr
Eintritt: 6 €, mit ruhrtopcard einmalig kostenlos
Webseite / Wikipedia
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