Westfälisches Museum für Archäologie Herne
Na, das hatte doch gepaßt: Schauriges Wetter, da geht man doch umso lieber ins Museum! Die Parkplatzsuche ist überhaupt kein Problem, es waren genügend Plätze vorhanden. Auch sehr schön: Im Museum gibt es Spinde, in denen man seine Jacken etc. ablegen kann. Und was es zu sehen gibt, das ist schon immens!
Durch einen Parcour geht man Jahrhunderttausende von der Vorgeschichte der Menschen bis heute ab. Immer wieder wird der Bezug zu der realen Arbeit von Archäologen hergestellt: Durch Stätten, die wie Ausgrabungen aussehen, oder durch Utensilien, die bei der täglichen Kleinstarbeit verwendet werden. Penisknochen von Höhlenbären sind zu sehen, oder Backenknochen von Mammuts, die beinahe die Größe von menschlichen Köpfen haben. Mit welchen simplen Werkzeugen unsere Ur-Ur-Ahnen arbeiteten - da sollte man sich doch, wie eine Teilnehmerin bemerkte, nicht mehr ärgern, wenn man heutzutage Probleme beim Zusammenbau eines nordeuropäischen Regals hat. 
Die Führung
Nach einer Stunde nahmen wir an einer einstündigen, kostenlosen Führung teil. Ich will, weil dies ein öffentlich zugänglicher Text ist, nicht zu sehr ins Detail gehen, den Veranstaltern aber zwei Punkte zur Diskussion mitgeben: 1. Während der Führung wurde die Lärmkulisse als sehr störend empfunden. Wenn man durch die Halle schlendert, fällt sie nicht so auf - wohl aber, wenn man Jemandem zuhört. 2. Es ist ungünstig, zum Ende einer Führung mehrfach zu betonen, daß die Zeit knapp gewesen sei und man Einiges etwas kürzer abgefertigt habe - das wurde, was ich richtig fand, bereits zu Beginn der Führung angekündigt. Wird es aber zum Ende erwähnt, bleibt beim Teilnehmer das Gefühl der Unzulänglichkeit zurück. Positiv fand ich übrigens an der Führung den Enthusiasmus und die Natürlichkeit der Protagonistin. Und lohnenswert ist der Besuch des Westfälischen Museums allemal!
Blick in die Zukunft
Nun ist es ja üblich, daß ich in den Erlebnisberichten noch ein paar Schmankerl aus den Erzählungen einflechte. Heute möchte ich nur von einer Geschichte berichten, die sich im Museums-Cafe entwickelte. Also, in Zeiten, in denen man durchaus weit vom Rollator entfernt ist, hat der am Leben teilnehmende Mensch noch Wünsche und Visionen. Das kann eine Zukunft sein, die "auf Achse" in fernen Ländern stattfindet - sie kann aber auch, und darauf wollen wir uns jetzt konzentrieren, ein Leben in einem Häuschen sein, das im Grünen steht, und um das herum viele Tiere leben. Nun wissen wir ja von Metaphysikern und Esoterikern, daß das Universum Wünschen gegenüber recht offen ist. Sind sie aber nicht genau definiert, wird der Wunsch zwar erfüllt - aber nicht so wie erwartet. Ein "Häuschen im Grünen mit Tieren" kann demzufolge auch das Kassenhäuschen am Oberhausener Streichelzoo sein. Man sieht: Der "Winter des Lebens" muß nicht unbedingt ein Zuckerschlecken sein. Uns wird zwar permanent eingebleut, für die eigene Zukunft vorsorgen zu müssen - hat aber schon jemand die Konsequenzen bedacht, wenn die eigene Zusatzrechte nicht reichen sollte? Wenn alle Kassenhäuschen als Aufbesserung der kargen Rente von Altersgenossen besetzt sind, bleibt eigentlich nur noch eine Option auf gut geheizte Unterkunft und warme Kost: Der Knast. Doch wie hineinkommen? Wir spielten ein paar Möglichkeiten durch. Mehrfaches Falschparken würde evtl. nicht reichen (zumal das dazu gehörige Auto im Alter fehlen wird). Wirklich erfolgversprechend wären lediglich wiederholte Banküberfälle. Man stelle sich das nur vor: Alterskriminalität! Politiker, macht das zu Eurem nächsten Wahlkampfthema! Oder hebt das Renteneintrittalter nochmals an, damit 72jährige Richter verhindern, daß der 73jährige Angeklagte ins Warme kommt - und stattdessen Sozailstunden ableistet. Und zwar im Oberhausener Streichelzoo.
Doch genug der Tanderei. Nachdem wir das Museumscafe fluchtartig verlassen mußten (Es wurde geschlossen), ging es noch ab zum Chinesen. Dort war es ebenfalls lustig - u.a. wegen einem chinesischen Kellner, der über einen guten Humor verfügte - und vermutlich Kölner Ahnen hat. So war es denn insgesamt ein schöner, 7stündiger Event!
Fazit:
Leichtes Minus wegen der Gesamtlautstärke, aber ansonsten 5 leckere Erdbeeren.

Facts (Stand 1.4.09):
LWL-Museum für Archäologie Europaplatz 1 44623 herne Fon: 02323 - 946280 Fax: 02323 - 9462833 www.landesmuseum-herne.de / Wikipedia
Öffnungszeiten Di, Mi, Fr 9-17 Uhr, Do 9-19 Uhr, Sa, So und feiertags 11-18 Uhr. Eintritt: 3,50 € / Mit Ruhrtopcard kostenlos
Alle Angaben ohne Gewähr! / Routenplaner / Foto: Eingang Westfälisches Museum für Archäologie
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