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Preußen-Museum, Wesel PDF Drucken E-Mail
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Erlebnisberichte - Ausstellungen
Geschrieben von: ruhrpott-aktiv   
Sonntag, den 25. November 2007 um 00:00 Uhr

Preußen-Museum Wesel

Unser Abschlußevent für 2007 fand heute im Preußen-Museum in Wesel statt. Das Wetter war sehr wechselhaft - möglicherweise ist dies für Weselaner nichts Neues. :-) Zum Glück befindet sich der Parkplatz (kostenlos) direkt am Gebäude, so daß temporäre Wasserfälle schnell überbrückt werden konnten. :-)

Im Museum wurden eine (vorübergehende?) "DDR-Ausstellung" sowie das rheinische Preußen (hauptsächlich der Bereich Militär) aus dem Zeitraum von vor dem ersten Weltkrieg bis nach dem zweiten Weltkrieg gezeigt. Die Ausstellungen sind sehr umfangreich und detailliert - mit einem Besuch in der Cafeteria (die in Anlehnung an die DDR-Ausstellung mit Original-Gestühl ausgestattet war - leider waren die Qualität von Kakao und Cappuchino dem Ambiente angepaßt) waren wir locker 4 Stunden im Hause unterwegs. Dabei war heute die Erdgeschoß-Etage für den Besucher nicht einmal freigegeben. Es gab sehr viel Interessantes zu sehen - davon haben mich besonders die beiden folgenden Punkte bewegt:

1. Einige Häftlinge in der DDR starben an Blutkrebs. Hinterher stellte man fest, daß sich diese häufig über mehrere Stunden in einem bestimmten Raum aufhalten mußten. In einer Art Holzversteck, das sich direkt hinter einem Stuhl befand, der für die Gefangenen bestimmt war, entdeckte man ein Röntgengerät. Die Gefangenen wurden also gezielt bestrahlt, ihre Erkrankung war kalkuliert. Wie konnte man sowas nur machen??

2. Die heutige Handy-und-Internet-Generation macht sich wahrscheinlich keine Gedanken darüber, wie die Menschen während und nach dem zweiten Weltkrieg lebten. Ich fand es erschreckend, daß z.B. Gefangene aus Stroh und Schrott sehr kunstvolle Gegenstände bastelten, um sich für Vergünstigungen zu bedanken oder diese zu erhalten. Und damit sind kein drittes Handy, sondern z.B. ein Brot gemeint. Schlimm war es auch zu sehen, daß nach dem Krieg, als alles zerbombt und verloren war, die Menschen z.B. aus Helmen ein Sieb bastelten oder aus einer Baumspitze einen Quirl. Alles wurde aufbewahrt, nichts weggeworfen - man konnte es vielleicht noch einmal gebrauchen!

Einen Besuch im Preußen-Museum kann man wirklich nur Jedem empfehlen - und sei es nur, damit jedem Einzelnen bewußt wird, die alltäglichsten Dinge wieder zu schätzen. Zumal der Eintrittspreis mit 3,50 € sehr akkurat ist.

Bis hierhin war es also ein rundum gelungener Tag - nur für Fotographen ist das Museum kein Dolorado, muß man sich doch eine Fotographier-Erlaubnis mindestens eine Woche vorher einholen. Stirnrrunzeln (Aufmerksame Leser der Erlebnisberichte wissen, daß Eintrittspreise, Parkplätze und das Thema Fotographieren ein Bewertungskriterium sind.)

Wesel

Danach fuhren wir in die Innenstadt von Wesel und kehrten bei einem Italiener ein. Für Insider: Es ist das Restaurant, das auf den Gästetoiletten in den dort aufgestellten Automaten keine Kondome, sondern Zahnbürsten mit Zahnpasta anbietet. Schönes Ambiente, und der Ober hatte sich mit einem einzigen Spruch sein Trinkgeld verdient. Auf die Frage, ob es besser sei, den (im übrigen sehr leckeren) Cappuchino mit Sahne oder aufgeschäumter Milch zu bestellen, empfahl er die Milch, "weil italienisch". Lächeln

Leider ist es mal wieder unmöglich, all die Themen und Sprüche, die "rausgehauen" wurden, wiederzugeben. Deshalb nur zwei Punkte: Die anwesenden Inhaber von Ruhrtopcards outeten sich frohen Herzens als knausrig. Eifrig wurden alle möglichen Vergünstigungen genannt: Sei es als WAZ-Abonnent oder ADAC-Mitglied, sei es als Frühbucher oder Altkunde. Geflissentlich wurde darauf hingewiesen, daß keinerlei Einschränkung bezüglich der Kombinarbarkeit von Rabatten bekannt sei, und daß bei einer klugen Kombination die Karte kostenlos sein könnte. Spät abends wurde gar das Gerücht gestreut, daß WAZ-Abonnenten zwei Karten zum Preis für eine erhalten sollen. Warten wir ab, ob es sich bewahrheitet.Lächeln

Wieder einmal brillierten einige Teilnehmer mit exotischem Wissen. Irritiert äußerte ich die These, ob innerhalb von ruhrpott_aktiv ein Literaturzirkel entstehen würde? Dies wurde mit Lachen und einem Themenwechsel goutiert: Hin zu Kinofilmen, die "keiner ausser mir" gesehen habe. Ich hörte mir das einige Zeit lang an, doch dann wollte ich auftrumpfen. Ich habe, erwähnte ich stolz, letztes Jahr einen (Exotisch! Exotisch!) mongolischen (!!) Film gesehen. "Ach, Du meinst 'Der gelbe Hund'" schallte es mir fröhlich entgegen. Erschüttert gab ich auf und beschloß, mich vor dem nächsten Termin im Januar 08 in ein Thema einzulesen, das die "Günther-Jauch-Kandidaten" Zunge rausstrecken garantiert nicht kennen. Zwinkern

Es war ein sehr schöner, ausgefüllter Tag - und somit ein guter Abschluß für das erste Jahr ruhrpott_aktiv. Wenn eine Teilnehmerin mit dem Zug aus dem nördlichen Ruhrgebiet anreiste, dabei einen Umweg über Haltern in Kauf nahm, um in Bottrop abgeholt zu werden - dann weiß man, daß es sich lohnt, mitzumachen. In diesem Sinne: 2008 machen wir weiter!

Fazit

Weil im Museum nicht fotographiert werden darf, "nur" 4 Erdbeeren.

Facts (Stand 1.4.09):

Preußen-Museum NRW
An der Zitadelle 14-20
46483 Wesel
Fon: 0281 - 339960
Fax: 0281 - 33996330
www.preussenmuseum.de / Wikipedia

Öffnungszeiten
Di-Do, Sa und So. 10-17 Uhr.

Eintritt: 3,50 € / mit Ruhrtopcard kostenlos

Alle Angaben ohne Gewähr! / Routenplaner / Foto: Rückseite Preußen-Museum Wesel

Buchtip: Wir sind Preußen: Die preußischen Kerngebiete in Nordrhein-Westfalen 1609-2009

 

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