A Star Is Born, Folkwang Museum, Essen
Der Besuch der Ausstellung begann für uns mit einem Vortrag. Jill Furmanovsky, Rockfotografin und Begründerin des Londoner Rock Archivs, berichtete aus 35 Jahren Umgang mit den Großen der Rockmusik. Obwohl komplett auf Englisch gehalten, war dieser Vortrag phantastisch.
Ginge es in diesem Bericht ausschließlich um das Folkwang, würde sich eine Elegie über den Neubau erheben. Es soll aber die profane, dreckige, stampfende, mitreissende Rockmusik beschrieben werden - so der Plan. Allerdings läuft die Ausstellung nur noch bis Anfang Oktober, deshalb kurzes Statement: Absolut sehenwert! Hingehen! Besonders für Ü50 sehr interessant, Versinken in Erinnerungen, kurzum: Kurzfristig back to the roots.
Die Freizeitgruppe
Heute soll aber mehr darüber berichtet werden, was so bei einem unserer Events so passieren kann. Nun gehört es zum Prinzip unserer Artikel, niemals Fotos von Teilnehmern zu zeigen oder sie namentlich zu erwähnen. Es gibt andere Freizeitgruppen, bei denen das üblich ist - hier nicht. Trotzdem soll diesmal aus dem Nähkästchen geplaudert werden...
Das "Unheil" begann eigentlich damit, daß der Autor dieser Zeilen den Teilnehmer R. auf eine große blonde Frau hinwies, die mit ihrem Freund in der Ausstellung unterwegs war. Diese sei doch größer als R., wurde gemutmaßt, und ob R. die Frau nicht direkt mal nach deren Körpergröße befragen wolle. Natürlich wäre das unschicklich gewesen, aber R. ließ es sich nehmen, sich unauffällig in die Nähe jener Dame zu bewegen, auf daß der Autor auf die Entfernung abschecken könne, wie es denn nun um den Größenunterschied bestellt sei. Nun, liebe Leser - Sie liegen mit der Vermutung richtig, daß die Teilnehmer unserer Freizeitgruppe schon über 40 sind...
Nach obigem Intermezzo griff eine gewisse Ausgelassenheit um sich. So wurde, für Umstehende deutlich vernehmbar, behauptet, daß in den ersten 100 Sticky Fingers-LPs Original- Unterhosen von M.Jagger gesteckt hätten. Je länger ich über diese These nachdenke, umso mehr plausibel erscheint sie mir. Möglicherweise verwechsle ich aber auch, daß der damalige Reißverschluß in weiteren Coverpressungen wegfiel...
Ein Foto von David Bowie war der Anlaß für die nächste Aktion: Spontan wurden unsere weiblichen Teilnehmerinnen befragt, ob er denn ein schöner Mann sei? Wie mögen wohl die Antworten ausgefallen sein? Eindeutig. Nämlich: Nein. Aber: Interessant. Das meinten jedenfalls 50 %. Die anderen 50 % äußerten sich ähnlich.
Es gab viel zu sehen. Bei Marilyn Manson stellte einer der Anwesenden (selbstverständlich ein unbekannter, beliebiger Besucher der Ausstellung) die Frage, ob es in MMs Lebensweg nicht die Frage gegeben hätte, ob er in der Klapse landen oder Musiker werden solle? Das Ergebnis ist bekannt.
Eines der schönsten Fotos, gemessen an der Nähe zu einem herausplatzenden Lachkrampf bei dem Autor, zeigte die guten alten Who. Roger Daltrey sitzt im Vordergrund auf einer Stufe und schaut irritiert auf das Ensemble, das sich schräg hinter ihm aufgebaut. Auf einem Hocker sitzt John Entwistle, dem der hinter ihm stehende und feixende Keith Moon einen Finger an die linke Kopfseite hält. Auf der anderen, der rechten Seite des Kopfes, so scheint es, schaut der Finger aus Entwistles Kopf wieder heraus, was Pete Townshend völlig fertig zu machen scheint. Natürlich ist das Foto gestellt - aber es ist so humorvoll, daß man sich mehr von dieser Art gewünscht hätte. Denn Musiker, zumals damals die ungecasteten, hätten doch sicherlich Einiges in dieser Art zu bieten...
Nach der Ausstellung gingen wir, wie immer zum Abschluß eines Events, einen Kaffee trinken - diesmal im Cafe des Folkwang. Interessant war, daß dort auf den Tischen lt. Bedienung Bogenhanf stand (laut Recherche im Internet ein Spargelgewächs, was der Name erst mal nicht so versprach) - ansonsten ist das neue Cafe doch entschieden anders als das alte, heimelige, unsterile, lichtdurchflutete, mit positiven Erinnerungen an nette Begegnungen behaftete... Sie merken schon, liebe Leser: An dieser Stelle wird der Autor schon ziemlich subjektiv. Sei's d'rum. 
Fazit:
Sehr gute Ausstellung, beeindruckender Neubau - aber müssen diese Preise sein? 8 € Eintritt, Tiefgarage 1,50 € pro Stunde, 3 € Cappuchino oder 3,60 € Latte Machiatto...
Facts:
Adresse:
Museumsplatz 1, 45128 Essen Navigationsinformation: Bismarckstraße 60
Webseite / Wikipedia
Alle Angaben ohne Gewähr! / Routenplaner / Foto: Eingangsbereich Folkwang (oben), Werbung für die Ausstellung auf einem direkt in der Nähe wartenden EVAG-Bus (Mitte)
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Kommentare
around the clock
shock shock shock
in the hafendock!
Meint Hart Mut
Fazit: Wie aber die Jugend sagen würde: Fette Ausstellung. Wenn sie überhaupt in Ausstellungen gehen würde. Findet sie ja uncool.
Bin ich abgeschwiffen?