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Schiffshebewerk Henrichenburg PDF Drucken E-Mail
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Erlebnisberichte - Industriekultur
Geschrieben von: ruhrpott-aktiv   
Sonntag, den 17. Mai 2009 um 13:41 Uhr

Schiffshebewerk Henrichenburg

Wenn man in einem Industriemuseum schon das zweite oder dritte Mal war, hat man natürlich ein anderes Auge für Details als bei einem Erstbesuch. Der Chronist wird folglich versuchen, einen Gesamteindruck wiederzugeben. Und der fällt zum Glück nicht ins Wasser.

Denn davon gab es heute reichlich: Wasser von unten (Schleuse), Wasser von oben (Himmel). Und auch etwas anderes war reichlich durchwachsen: Der Parkplatz beim Schiffshebewerk. Den habe ich heute zum dritten Mal genutzt, und jedes Mal war es ein Greuel. Der Platz scheint grundsätzlich voll - und grundsätzlich scheint dort ein Trottel vom Dienst unterwegs zu sein. Ein solcher kam mir heute entgegen, den Parkplatz verlassend, ohne einen Augenblick nach links werfend. Sozusagen Tunnelblick. Hätte ich nicht geistesgegenwärtig zurückgesetzt, hätte es einen Unfall gegeben. Die Marke, die dieser Herr fuhr, verrate ich hier mal nicht, sondern überlasse die Auflösung der Phantasie der Leser. Lächeln

Schiffshebewerk Henrichenburg

Das Schiffshebewerk

Doch das alles hat nichts mit dem Schiffshebewerk zu tun. Am Eingang befindet sich ein Häuschen, und wieder einmal hatte ich dort die Kasse erwartet. Ist sie aber nicht - über ein Schild wird man zu dem nächsten Häuschen weitergeleitet. Dieses hat eine freundliche Atmosphäre - durch eine verglaste Front fällt viel Licht auf den Kassenbereich und eine Verkaufs-/Informationsfläche. Die Damen, die ich bei meinen Besuchen dort in den letzten Jahren antraf, verhielten sich immer nett und hilfsbereit.

Wenn man seinen Obulus entrichtet hat, geht man über eine längere Treppe abwärts zu einer Ausstellungshalle. Es gibt dort eine Menge an Ausstellungsmaterialien und Maschinen zu sehen - ich möchte darauf nicht im Detail eingehen, sondern ein paar "Geheimtips" für Fotografen geben. Da wäre einerseits die oberste Plattform direkt am Eingang, in der man je nach Licht ganz fantastische Fotos machen kann - und dann wäre noch die Maschinenhalle. Dort befindet sich eine Wassersäule, und für das, was jetzt kommt, sollte man sich halt nicht schämen, sondern ein wenig kreativ und mutig sein. Man nimmt also seine Kamera, hält diese hinter diese Wassersäule, und fotografiert sich selbst. Wenn die Kamera verschiedene Motivprogramme hat, umso besser. Einfach mal ausprobieren - es gibt geniale Effekte zu bestaunen!

Die Führung

Immer wieder ein Thema - einerseits, weil man inzwischen diverse Vergleiche zu anderen Anbietern hat, und andererseits, weil der Chronist es gewohnt ist, vor Menschen zu reden (und das nicht nur für eine Stunde, sondern direkt tageweise). Die heutige Führung dauerte 75 Minuten, und eines war ganz ungewöhnlich: Der "Guide" schien sehr kompetent zu sein. Richtig gelesen: Schien. Denn ich verstand kaum etwas, nicht einmal in 2,50 Meter Entfernung. Das lag einerseits an der katastrophalen Geräuschkulisse: Angefangen von Kindern im Kindergartenalter, die sicherlich nichts von der Führung verstanden und andere Interessen entwickelten; über einen Hund, der auch nichts von dem Gesagten verstand, und deshalb quietschte und quengelte und mit seinem Schwanz spielte; bis zu zwei älteren Damen, die sich nicht auf das Vorgetragene konzentrieren konnten oder wollten und sich angeregt unterhielten. Das alles nicht hintereinander, sondern gleichzeitig! Hinzu kam noch, daß der Guide manchmal auf das, was er beschrieb, nicht nur blickte, sondern auch dort hin sprach (also von den Zuhörern weg) und die Worte nicht "nach aussen" stiess, sondern die Neigung hatte, sie "nach innen" zu verschlucken.

Und jetzt wird's witzig. Ich sprach Obiges unter den Eventteilnehmern an, und es stellte sich heraus, daß die Frauen den Guide verstanden hatten, die Männer aber nicht (3:3). Männer können halt nicht so gut zuhören. Zunge rausstrecken Alle hatten die Geräuschkulisse als störend empfunden - die Frauen waren aber der Meinung, daß ein Guide Niemandem das Wort verbieten solle. Da bin ich anderer Meinung. Denn sorgt er nicht dafür, daß alle Teilnehmer seiner Führung akustisch folgen können, wird das womöglich auf einem Internetportal kritisch angemerkt. Lachen

Hoch hinaus

Die Führung war in der Ausstellungshalle nicht beendet - vielmehr ging es nun nach draussen und hoch hinaus auf die oberste Ebene des Schiffshebewerkes. Dazu muß man es aushalten können, über schmale Stufen in einem engen Turm nach oben zu "klettern". Der Blick ist natürlich "voll klasse" - leider regnete es heute in Strömen. Danach ging es hinab in den sogenannten Trog. Auch hier: Akustisch wenig verstanden (da männlichen Geschlechts), aber gute Entlassung der Teilnehmer durch den Guide. Und noch ein Pluspunkt, den ich seltener bei Führungen erlebt habe: Daß der Guide explizit nachfragt, ob noch Fragen bestünden.

Wegen des Wetters heute nicht genutzt, aber aus der Erinnerung: Das weitläufige Gelände ("Schleusenpark") lädt zum Spaziergang ein. Vor 2 oder 3 Jahren ankerte dort noch ein Museumsschiff (heute nicht da), und es gab diverse Schiffe (auch an Land) zu sehen.

Fazit:

Gepflegte Anlage mit umfangreichen Angebot. Gut für einen langen Nachmittag. Die "kulinarische Abendführung" ist schon auf dem Merkzettel.

Facts (Stand 1.5.09):

LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg
Am Hebewerk 2
45731 Waltrop
Fon: 02363 - 97070
Fax: 02363 - 970712
www.lwl-industriemuseum.de / Wikipedia

Öffnungszeiten
Di-So 10-18 Uhr, Einlass bis 17.30 Uhr; Ruhetage 1.1.09 und 24.12.-31.12.09
Eintritt: 3,50 € / Mit Ruhrtopcard kostenlos

Alle Angaben ohne Gewähr! / Routenplaner / Fotos:

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