Zeche Zollern, Dortmund
Wer schon einmal die Zeche Zollern besucht hat, weiß, daß sie den Namen "Schloß der Arbeit" zu Recht trägt. Wer noch nie dort war, sollte sich auf den Weg machen. Es erwartet ihn viel: Von diversen Ausstellungen hin bis zu ganz besonderen Führungen.
Der Hauptaugenmerk dieses Berichtes soll nicht auf der Zeche Zollern als solcher liegen. Obwohl die Maschinenhalle derzeit noch renoviert wird, sind die Dauerausstellung zum Bergbau sowie die Sonderausstellungen "Technisches Spielzeug", "Perspektiven der Zeche Zollern von Clare Thompson" sowie "Sammelbilder - Dortmund um 1900 im Spiegel der Ansichtskarte" zu sehen. Dazu das große, so unterschiedliche Gelände - ein Besuch ist dringend zu empfehlen und von uns schon für das nächste Jahr vorgemerkt.

"Maschinenhalle Zollern" und "Tor Zollern" - Zeichnungen von Wolfgang Schlott
Die Haldenführung
Das besondere Highlight sollte für uns die Haldenführung werden. Spannende Geschichte - wann kommt man schon mal in einen solchen Genuß? Bevor wir starteten, rechneten wir mit allem möglichen: Schnee auf der Haldenspitze, widriges Wetter - doch es kam anders bzw. nur Regen. Vor allem: Wo war die überhaupt? Nie eine gesehen, bei zahlreichen Besuchen nicht... Kein Wunder, ist die Halde doch unspektakuläre 15 Meter hoch. Kollege Kosselovski, der für ruhrpott-aktiv von den Halden im Ruhrgebiet berichtet, wäre enttäuscht gewesen.
Und doch barg die Halde ihre "Gefahren". Wie man dem obigen Foto zweites Bild von links entnehmen kann, ging es auf der "Spitze" der Halde ganz schön steil hinab - und war ebenso ohne Absicherung wie der Abstieg auf dem Bild danaben. Man kann sagen: An einer oder zwei Stellen war schon eine gewisse Sportlichkeit bzw. Körperbeherrschung gefragt.
Der Guide bzw. die Guide-In, eine studierte Kunsthistorikerin, entpuppte sich u.a. als Botanik-Fachfrau. Ihr haben wir auch die aktuelle Umfrage zum Acker-Gauchheil zu verdanken. Die Führung dauerte 1 3/4 Stunden und war prall gefüllt mit Infos zu unterschiedlichsten Bereichen sowie dezentem, hintergründigen Humor. Hat uns sehr gefallen!
Spruch des Tages
Bevor wir uns noch die diversen Ausstellungen anschauten, gönnten wir uns einen Kaffee im auf dem Gelände ansässigen Restaurant. Die "Weisheit des Tages" gab dort eine 5jährige (sic!) zum besten, die mit ihrem Vater an uns vorbei ging und zu ihrem Altvorderen sagte: "Dann hör' doch auf zu denken!" In welchem Zusammenhang sie dies auch immer gemeint haben mag (z.B. zum Thema Taschengelderhöhung?): Ich finde, in diesem Satz steckt viel Weisheit!
Noch ein paar Sätze zur Dauerausstellung: Natürlich gibt es immer einen Unterschied zwischen dem, was fein säuberlich und ordentlich in einem Museum gezeigt wird, und dem, was Menschen in ihrem Arbeitsleben mal erlebt haben. An die medizinischen Geräte, die wir uns heute vielleicht kopfschüttelnd in einem Ausstellungsraum anschauen, würden wir uns nicht mehr anschließen lassen - aber es gab Zeiten, da waren Menschen froh darüber, daß es diese Geräte gab. Ein Museum ist da eine Art klinisches Labor, und es kann nur versuchen, eine vergangene Wirklichkeit möglichst sinnlich abzubilden. Der Zeche Zollern gelingt dies z.B. durch Geräusche, Filme und die Möglichkeit, etwas anzufassen.
Fazit:
Spitzenklasse!
Tipp:
Eventuell muß man in ein Navisystem "Rhader Weg" statt "Grubenweg" eingeben.

Facts (Stand: 1.6.09)
LWL-Industriemuseum Zeche Zollern Grubenweg 5 44388 Dortmund Fon: 0231 - 6961111 Fax: 0231 - 6961114 www.lwl-industriemuseum.de / Wikipedia Öffnungszeiten Di-So 10-18 Uhr, Einlass bis 17.30 Uhr; Ruhetage 1.1.09 und 24.12.-31.12.09 Eintritt: 3,50 Euro / Mit Ruhrtopcard kostenlos
Alle Angaben ohne Gewähr! / Routenplaner / Fotos: Eingang Zeche Zollern, Impressionen von der Halde
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