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Wenn es Nacht wird im Revier... PDF Drucken E-Mail
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Erlebnisberichte - Industriekultur
Geschrieben von: ruhrpott-aktiv   
Samstag, den 29. August 2009 um 00:00 Uhr

Ürpsüer Haniel, BottropHalde Prosper Haniel, Bottrop

Der Aufstieg auf die Halde ist ja bereits tagsüber ein Genuß für sich. Nun aber stand eine nächtliche Haldenwanderung und Fördermaschinenbesichtigung an, veranstaltet vom Initiativkreis Bergbau und Kokereiwesen. Die spannende und verheißungsvolle Frage war: Wie würde sich das nächtliche Ruhrgebiet von dort oben aus "machen"?

Gut möglich, daß zu dieser Nachtwanderung eine Premiere gehörte: Die Fördermaschinenbesichtigung am Schacht "Franz-Haniel". Diese war relativ unspektakulär: Keine sonderlich dreckigen Maschinenhallen, lediglich ein höherer Lärmpegel - das war's dann schon. Ein Mitarbeiter der RAG mit deutlichem Ruhrgebietsdialekt führte über das Gelände - leider war er wegen des Lärms nicht sonderlich gut zu verstehen. Auch ging während dieses Parts des Abends einige Zeit verloren: Es wurde viel fotografiert, die Lautstärke der Maschinen machte Vortrag und Zuhören schwierig, so daß sich kleine Gesprächsgruppen bildeten - und die Vorführung sich nur zäh fortsetzte. Vor einem kleinen Gebäude, dem Abluftschacht, fiel denn auch der passende Spruch des Tages. Als wir es verließen, das Gebäude vom Guide abgeschlossen wurde und er die Hoffnung äußerte, daß auch niemand drinnen gebliebe seie, murmelte doch tatsächlich jemand: "Doch, diejenigen, die eingeschlafen sind." Lachen

Die Nachtwanderung

Der Weg zum Gipfelkreuz mußte also etwas kürzer ausfallen. Die Teilnehmer hatten Original-Bergbaukopflampen bekommen, die bei der Wanderung über die nächtliche Halde sehr hilfreich waren. Wer diese nicht kennt: Auf dem sogenannten Kreuzweg passiert man 15 Stationen, an denen u.a. Elemente aus dem Bergbau zu sehen sind. Von Vorteil war es wahrscheinlich, diese bereits mal im Tageslicht gesehen zu haben.

Der Aufstieg dauert, wenn man die reine Netto-Zeit betrachtet, nicht sonderlich lang (Höhenmeter 126 m). An den Stationen bleibt man natürlich etwas länger stehen. Der Blick vom Plateau war sensationell - das Wetter spielte gut mit.

Insgesamt hatten wir eine gute Führung. Wann bekommt man schon Einblicke in die Fördermaschinenhalle eines noch aktiven Bergwerks? Die Sicht auf das nächtliche Ruhrgebiet. Und der super leckere Kuchen von B.!

Für alle, die dabei waren, hier noch der Kartenausschnitt mit unserem Weg, so wie wir ihn gegangen sind:

Daten bereit gestellt von OpenStreetMap unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 2.0-Lizenz

Fazit:

Kompetente, engagierte und sehr sympathische Veranstalter - leider lief diesmal das Timing aus dem Ufer. Dies wurde mit Sicherheit erkannt und wird sicherlich beim nächsten Mal gebannt.

Veranstalter:

Iniativkreis Bergbau und Kokereiwesen e.V.

Webseiten: Bergwerk Prosper Haniel / Bottrop Tourismus / Wikipedia / Halde Haniel bei Tag

Bücher zum Thema Zechen im Ruhrgebiet

"Prosper" - Zeichnung von Wolfgang Schlott

 

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