Still-Leben auf der A40
Zwischen 2 und 3 Millionen (!) Menschen sollen das Still-Leben erfahren, erlaufen, ersessen und erstaut :-) haben - und kein Auto störte. Auf 60 Kilometern, auf denen normalerweise der Verkehr unaufhaltsam entlang walzt, konnte für 8 Stunden ohne Gefahr für Leib & Seele flaniert werden. Einzigartig!
Nach den Schachtzeichen (sehr schön aufgegriffen in der Kurve vor dem RRZ, siehe Foto oben) nun also wieder ein Riesenevent im Kulturhauptstadtjahr 2010. Klar war: Für einen kurzen Bericht waren die 60 Kilometer nicht abstrampelbar. Also bezieht sich diese Reportage auf den Abschnitt rund um die Auffahrt Aktienstraße an der Grenze zwischen Essen und Mülheim. Zeit: Etwa 15.30 - 16.30 Uhr. Die mittägliche temporäre Vollsperrung durch die Feuerwehr war da wieder aufgehoben. Parkmöglichkeiten: Eigentlich schlecht, zumindest was die Aktienstr. betraf. Trotz vieler Radfahrer waren viele mit dem Auto angereist. Aber man hat ja auch Glück, so daß auch jemand an genau passender Stelle einen Platz freimacht. 
Der Ausblick
 
Der Blick von der Autobahnbrücke auf eine A40 ohne Autos war natürlich genial. Links sehen Sie den Abschnitt in Richtung Duisburg, rechts in Richtung Essen. Die obigen Fotos sind im Weitwinkel aufgenommen worden, so daß man mehr das gesamte Format sieht. Gut möglich, daß der obige Streckenabschnitt somit etwas weitläufig erscheint, aber die "Feier-Seite" war doch recht gut besucht.
Mülheim gewinnt
 
Eigentlich war es nicht geplant, das Still-Leben zu besuchen und daraus einen Städte-Wettkampf zu basteln. Aber wie der Zufall es so wollte, ging es auf dem obigen Streckenabschnitt 1000 Schritte gen Essen und danach 1000 Schritte gen Mülheim/Oberhausen. (Bitte die Schrittzahl nicht sooo genau nehmen.) Dabei stellte sich heraus, daß auf der nördlichen Seite mehr los war. Denn es sangen und spielten: Ein Mülheimer Kirchenchor (Foto links, die Herrschaften mit schwarzem Top) und die Emscher Delta Blues Band (Foto, na was wohl: rechts). Dieser Bereich hatte zudem u.a. einen großen Abschnitt des THW zu bieten.
Ein paar Details
 
Gute Organisation, faire Preise bei den Getränken, den riesigen Aufwand gut gemeistert - eigentlich könnte man nur jubeln. Allerdings gab es auch den einen oder anderen Wehrmutstropfen. So wird in einigen Foren bemängelt, daß es kaum Parkmöglichkeiten für Behinderte gab; auch soll es auf den Dixie-Klos Hygieneprobleme gegeben haben. Auffällig waren zudem die vielen leeren Tische. Bei manchen Tischen wiederum wußte man nicht, ob dort eine Privatveranstaltung stattfand und man sich dazu gesellen durfte oder nicht. An anderen Ständen, die offensichtlich von Vereinen oder Einrichtungen betrieben wurden, saßen die Teilnehmer auf den Bänken mit dem Rücken zu den potentiellen Besuchern - wenig einladend! Nur in ganz seltenen Fällen ging eine Initiative von den Ständen aus, war erkennbar, daß Besuch erwünscht war (und damit sind jetzt nicht die rollende Pommesbude oder der Getränkeshop gemeint). Da konnten fünf junge Leute, die Poetry Slam vortrugen, einem schon fast leid tun: Links und rechts von ihnen nur leere Tische, kein Sonnenschirm, einer von ihnen saß als vorgeblicher Zuschauer vor den anderen - aber die Menschen eilten an ihnen vorbei...
Das Fazit

Vermutlich werden die 2 Millionen Besucher (oder auch 3) das Still-Leben 2010 völlig unterschiedlich erlebt haben - je nachdem wo sie gerade wann waren. Und so wird jeder seine eigene Geschichte zu erzählen haben. Für den Bereich um die Aktienstraße nachmittags, wegen praller Sonne auf eine relativ kurze Zeit begrenzt, war es mehr wie ein Spaziergang. Mal gab es etwas zu sehen und zu hören, mal eben nicht. Da könnte der obige Schriftzug auf der Beton-Leitplanke einen doppelten Sinn bekommen: "Bitte nicht wegmachen" könnte sich auf die Notiz beziehen, aber auch als Postulat an die Macher des Still-Leben.
Wenn, wie verschiedentlich nachzulesen ist, über eine Wiederholung in 2 Jahren nachgedacht wird, sollte dann das Potential ausgeschöpft werden. Dies könnte bedeuten: Leere Tische ja, aber sonnengeschützt und als Ruhe-Inseln. Deutlicherer Aspekt auf Kultur und Einrichtungen / Vereine aus dem Ruhrgebiet. Was sicherlich zu einer Reduzierung der Tische, der Strecke und insgesamt der Kosten führen würde.
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Kommentare
P.S. Nein falls jemand auf die Idee kommen sollte, ich hatte das nicht auf die Autobahn geschrieben!