KunstPicknick, Mont-Cenis, Herne
Nach einer längeren Sommerpause stand für uns wieder ein Event an - dem "Modetrend" Picknick folgend das vorletzte Kunstpicknick in diesem Jahr, hier auf dem weitläufigen Gelände der Akademie Mont-Cenis in Herne.
Zu Beginn der Veranstaltung waren zwei Dinge irritierend: Waren überfüllte Parkplätze erwartet worden, so war es kein Problem, einen Platz für seinen Böschungshobel zu finden. Es gab auch ein Hinweisschild, daß sich die Aufführung entweder im Gebäude oder dahinter stattfinden würde - aber wo genau, das konnte man anhand einer Musikanlage nur vermuten. Nun, so nutzten die einen von uns die Zeit für einen Gang über das Gelände, während andere im Gebäude dessen harrten, was da geschehen möge. Und das waren wohl einführende Worte des Künstlers Rochus Aust, die der Autor dieser Zeilen nicht mitbekam, weil er sich halt draussen an der frischen Luft aufhielt.
Rochus Aust & Ensemble Re-Load Futura
Immerhin war noch Zeit, der sich nun nach draussen bewegenden Besuchergruppe zu folgen und sich kurz informieren zu lassen. Dort waren bereits Aust und Heinz Friedl zugange, auf kleinen Plätzen ungewohnte Töne aus Trompete und Bassklarinette zu locken. Interessant war das Ganze besonders dadurch, daß sich in den Büschen große, basslastige Lautsprecher befanden, aus denen Brandungsrauschen des Meeres zu hören war.
So wechselte die Truppe (vielleicht 100 Besucher) von Örtlichkeit zu Örtlichkeit rund um die Akademie, und aus den traditionellen Instrumenten wurden z.B. weisse Gießkannen. Mit diesen wurde nicht nur unsichtbares Wasser auf die übrig gebliebenen Steine der ehemaligen Zeche Mont-Cenis gegossen, sondern sie dienten auch als akustischer Anfangs- und Endpunkt eines althergebrachten Altenessener Liedes. Nach der vierten Musikstation meinte es dann aber der Wettergott nicht mehr so gut mit dem Event, ergoß sich aus allen Kübeln und zwang somit die Besucher, ins Innere der Akademie zu flüchten. Sehr nett war es dann, daß Rochus Aust und sein Ensemble Re-Load Futura das letzte Stück nochmals im Trockenen aufführten.
Das Handy
Dort verspeisten wir dann die Kleinigkeiten, die eigentlich für das Rasten auf grünem Grund gedacht war, und tauschten die neuesten Neuigkeiten aus. Besonders lustig war die Geschichte einer Teilnehmerin, die von ihrem neuesten Handy und dem dazugehörigen Kauf berichtete. Sie sollte ein neues Handy erhalten, weil wieder zwei Jahre Vertrag abgelaufen waren, und ging dazu in ein Verkaufsgeschäft. Der Verkäufer, jünger als sie, war ganz begeistert, daß sie sich noch für Handys interessieren würde - das würde ja längst nicht mehr jede machen, und gedacht, aber nicht ausgesprochen, hatte er: in ihrem Alter nicht mehr. Die Teilnehmerin hingegen, 40 Jahre alt, gab daraufhin erst recht Gas: Das wäre ja nun mal überhaupt kein Problem, solch ein Handy, und außerdem müsse man offen sein für alles Neue. Gesagt, getan: Handy mitgenommen, ausgepackt, Anrufe gehen ein, Anrufe können nicht entgegen genommen werden. Warum das? Sie hatte sich ein Smartphone ausgesucht, mit dem man nicht mit der bekannten grünen Taste, sondern mit einer "Smart-Taste" die Anrufe entgegen nimmt. Doch wo befindet sich die? Da würde wohl wieder ein Besuch bei dem jüngeren Verkäufer fällig sein... 
Fazit:
Wirklich netter Event. Schade, daß es unbedingt regnen mußte.

Links:
Rochus Aust: Homepage / Wikipedia
Akademie Mont-Cenis, Herne: Homepage / Wikipedia
Bücher zur Akademie Mont-Cenis


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